Opferschützer der Polizei Bonn

Polizeilicher Opferschutz

Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz: Es kommt nicht darauf an, wie schwerwiegend die Straftat, sondern wie belastet der Einzelne ist.

Einbruch, Verkehrsunfall, Stalking oder Missbrauch: Die psychischen Belastungen für Opfer solcher Straftaten sind meist gravierend. Egal, ob Zeuge oder unmittelbar Betroffener, mit diesen Folgen muss niemand allein fertig werden. Dafür sorgt unser Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz.

Zwei kleine Büros mit einem Schreibtisch, Drehstuhl, kleinem Tisch, drei Stühlen und jeder Menge Broschüren an der Wand: Das sind die Arbeitsplätze von Irmgard Küsters und Klaus Schmitz.

 

Vermittlung zu Hilfsorganisationen

Die Kriminaloberkommissarin und der Kriminalhauptkommissar beraten Betroffene, Zeugen und all diejenigen, die von einer Straftat beeinflusst wurden. Wie gehe ich mit dem Erlebten um? Wen kann ich kontaktieren, wenn ich jemanden zum Reden brauche, um das Geschehene zu verarbeiten?

Auf diese und viele weitere Fragen haben die beiden Polizeibeamten Antworten.  "Wir haben eine Brückenfunktion“, sagt Klaus Schmitz. "Gemeinsam mit den Betroffenen schauen wir, wo der Weg langgehen soll und welche Organisation ihnen dabei helfen kann. Dann stellen wir den ersten Kontakt her.“

Die Polizisten greifen dabei auf ein großes Netzwerk an Organisationen zurück. Dazu gehören unter anderem, der Weiße Ring e. V., die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt oder auch die Institution Handeln statt Misshandeln.

Die Opferschützer kümmern sich um Betroffene von Einbrüchen, häuslicher Gewalt, Raub, Stalking, versuchter Tötung, sowie Tötungs- und Sexualdelikten. "Dabei kommt es nicht darauf an, wie schwerwiegend die Straftat, sondern wie belastet der Einzelne ist“, betont Irmgard Küsters.

 

Mehr als reine Seelsorge

Betroffene können sich unmittelbar an das Kommissariat wenden, aber die Beamten bieten teilweise auch selbst ihre Hilfe an und gehen nach Hinweisen der zuständigen Sachbearbeitung auf die Opfer zu.

"Dabei grenzen wir uns aber von den Seelsorgern ab“, erklärt Klaus Schmitz. Seine Kollegin und er übernähmen vor allem eine beratende Funktion. "Wir helfen den Betroffenen zum Beispiel auch mit Anträgen oder erklären ihnen, welche Ansprüche sie haben.“

Die Polizisten lassen solche Fälle natürlich nicht ganz unberührt. "Am schlimmsten für mich war der Fall Hannah“, erinnert sich Klaus Schmitz. Zu der Familie des Mädchens, das vor sieben Jahren getötet wurde, hat der Kriminalhauptkommissar bis heute Kontakt.

"Betroffene freut es häufig, dass sich von der Polizei mal jemand Zeit nimmt, um zuzuhören und über das Erlebte zu sprechen“, sagt seine Kollegin Irmgard Küsters. Die Erfahrungen aus ihrer Zeit im Streifendienst würden ihr dabei helfen.

 

Ein Lächeln als Dankeschön

Schmitz und Küsters lieben ihren Job. "Es ist eine dankbare Aufgabe“, sagt Küsters. "Besonders, wenn wir ein Lächeln als Dankeschön von den Betroffenen zurückbekommen. Das gibt es im normalen Dienstalltag nicht so häufig.“

Vor ein paar Jahren hat die Kriminaloberkommissarin nach einem Einbruch in ein Bonner Studentenwohnheim einer japanischen Studentin geholfen. "Neun Monate später habe ich eine Weihnachtskarte aus Japan als Dankeschön erhalten“, erinnert sie sich zurück. "Das fand ich toll.“

Für die Zukunft wünschen sich die beiden Polizisten mehr Hilfsorganisationen für Männer, die ein aggressives Verhalten bei sich erkennen. Diese könnten dort Hilfe, zum Beispiel in Form von Anti-Gewalt-Trainings bekommen, damit sie gegenüber ihrer Partnerin nicht handgreiflich werden.

"Denn der beste Opferschutz wäre eben, wenn Gewalttaten erst gar nicht passieren“, sagt Klaus Schmitz.

 

Unsere Opferschutzbeauftragten

Kriminalhauptkommissarin
Irmgard Küsters

Polizeihauptkommissar
Klaus Schmitz

erreichen Sie über unser Opferschutztelefon 0228 15-2020.

28.08.2014

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