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Polizeilicher Opferschutz

Wer Opfer einer Straftat, eines Unfalls oder eines sonstigen Unglücks geworden ist, fühlt sich oft hilflos und von der Umwelt allein gelassen.

Damit Opferhilfe wirkungsvoll vermittelt werden kann, sind Netzwerke aufgebaut, die Beratungs-, Betreuungs- und Hilfsangebote für einen wirksamen Schutz von Opfern vorhalten.

Die Polizei beteiligt sich aktiv an dieser Vernetzung, denn Polizeibeamtinnen und -beamte wissen aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer dienstlichen Erfahrung im Umgang mit Opfern, dass nicht nur die Tat selbst für die Opfer belastend ist, sondern auch ihre Folgen, z. B. die Angaben gegenüber der Polizei bei der Erstattung einer Strafanzeige, die notwendigen Behördengänge und das Einschalten von Versicherungen.

Viele Bürgerinnen und Bürger scheuen eine Anzeigenerstattung, weil sie fürchten, später als Zeugin oder Zeuge bei Polizei und Gericht aussagen zu müssen. Durch Berichte in den Medien haben sie möglicherweise den Eindruck gewonnen, dass in einem Strafverfahren allein der Täter im Mittelpunkt steht und sie als Opfer und Zeuge keinen Schutz erfahren. Diese  Hemmschwellen sind bei Opfern von Gewalt und Diskriminierung häufig besonders ausgeprägt.

Dabei hat der Gesetzgeber gerade in den letzten Jahren deutlich mehr Verbesserungen zum Schutz der Opfer geschaffen und sie mit mehr Möglichkeiten der Verfahrensbeteiligung ausgestattet.

 

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen setzt Opferschutzbeauftragte ein

Bei allen Kreispolizeibehörden in Nordrhein-Westfalen sind speziell geschulte Opferschutzbeauftragte eingesetzt. Sie haben eine Schlüsselfunktion für einen professionellen Opferschutz der Polizei: Bei ihnen erhalten Opfer und ihre Angehörigen fachkompetente Auskunft zu allen Fragen rund um das Thema Opferschutz und Opferhilfe. Sie sind Teil des Opferhilfenetzwerks und helfen bei einer Vermittlung an professionelle Opferhilfeeinrichtungen.

Unter diesem Link finden Sie die postalische und telefonische Erreichbarkeit der Polizeidienststellen in Nordrhein-Westfalen: http://www.polizei-nrw.de/artikel__143.html

 

Polizeiliche Ermittlungen unterliegen dem Gebot der Neutralität. Doch durch einen möglichst opfergerechten Umgang bei den Ermittlungen, den polizeilichen Maßnahmen und der Vermittlung von Opferhilfe steht die Polizei solidarisch zu den Opfern. Es liegt im ureigensten Interesse der Polizei, durch Aufklärung von Straftaten und Überführung der Täter auch Abschreckung zu erzeugen und somit weitere Taten zu verhindern.                                                                                                         

 

Informationen für Opfer und ihre Angehörigen

Hier finden Sie

  1. die rechtlichen Möglichkeiten, die der Gesetzgeber vorgesehen hat,
  2. Angebote der Traumaversorgung,
  3. soziale Opferentschädigung und
  4. Angebote der Opferhilfe
  5. Nützliche Links  

 

1. die rechtlichen Möglichkeiten, die der Gesetzgeber vorgesehen hat

in Stichworten und Auszügen:

  • Unterstützung im Strafverfahren (Begleitung durch Vertrauensperson, Rechtsbeistand/ Opferanwalt, Opferhilfeeinrichtung zur Anzeigenerstattung und Zeugenvernehmung bei der Polizei; Gewährung von Prozesskostenhilfe bei Bedürftigkeit …)
  • Geheimhaltung der Personalien, wenn ein begründeter Anlass zu der Besorgnis besteht, dass durch die Angabe des Wohnortes Rechtsgüter des Zeugen oder einer anderen Person gefährdet werden
  • Nebenklage, Adhäsionsverfahren, Täter-Opfer-Ausgleich und Auskunftsrechte im Strafverfahren

Ausführlichere Informationen erhalten Sie im „Merkblatt über Rechte von Verletzten und Geschädigten in Strafverfahren“ zum Nachlesen und zum Download in über 20 Sprachen:

http://www.justiz.nrw.de/BS/opferschutz/allgemeine_informationen/opferschutz_strafverfahren/avr_32/index.php                                                                                                     

 

2. Angebote der Traumaversorgung

Nach einem Unfall oder einer Straftat, insbesondere nach einer Gewalttat, sind Opfer häufig traumatisiert. Sie benötigen schnell psychologische Hilfe. Diese Hilfe können Betroffene in sogenannten Traumaambulanzen erhalten. Dies sind Kliniken, die im Umgang mit seelischen Verletzungen besonders kompetent sind. Opfer von Gewalttaten erhalten hier umgehend Beratung und bei Bedarf therapeutische Betreuung.

Nordrhein-Westfalen verfügt über ein flächendeckendes Netz solcher Traumaambulanzen und ist damit bundesweit so gut aufgestellt wie kein anderes Bundesland.

Die Polizei kann Opfer direkt an eine dieser Traumaambulanzen vermitteln, da über Verträge mit den Versorgungsämtern sichergestellt ist, dass dem Opfer für eine Traumabehandlung keine Kosten entstehen.

Traumaambulanzen im Rheinland
Hier finden Sie eine Auswahl:

Traumaambulanzen in Westfalen-Lippe
Hier finden Sie eine Auswahl:                                                                                   

 

3. soziale Opferentschädigung 

Staatliche Hilfen und Leistungen für Opfer von Gewalttaten     
In Deutschland hat der Staat die Pflicht, Verbrechen zu bekämpfen und die Bürger vor kriminellen Handlungen zu schützen. Falls dies nicht gelingt, ist es staatliche Aufgabe (Restitutionspflicht), die Betroffenen soweit als möglich wieder in den Zustand vor dem Tatgeschehen zu versetzen. Opfer einer Gewalttat haben einen grundsätzlichen Anspruch auf Entschädigung. Die Voraussetzungen dazu sind im Opferentschädigungsgesetz (OEG) geregelt.    
Ziel des Opferentschädigungsgesetzes ist es, die leibliche und seelische Gesundheit der Betroffenen so weit wie möglich wiederherzustellen, damit sie wieder in den Beruf und in die Gesellschaft zurückkehren können. Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz werden nach den Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes (BVG) gewährt.

Vielfach ist nicht bekannt, dass Angehörige von Opfern, die durch eine Gewalttat getötet wurden, einen Anspruch auf Hinterbliebenenversorgung, Sterbe- und Bestattungsgeld haben.

Zur Klärung eventueller Ansprüche wenden Sie sich bitte an den Landschaftsverband Rheinland in Köln oder den Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster. Für die Beratung und Information haben die Landschaftsverbände die - für Anrufe aus dem Festnetz in NRW kostenlose - Telefonnummer 0800 654-654-6 eingerichtet.

Selbst im Ausland innerhalb der Europäischen Union gibt es die Möglichkeit auf Opferentschädigung, wenn man im Gebiet der europäischen Union Opfer einer Gewalttat wurde. Das Verfahren ist im europäischen Gerichtsatlas erklärt.  Link zum Europäischen Gerichtsatlas

Bei Fragen, der Kontaktaufnahme zum Versorgungsamt und bei Stellung des Antrags auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz oder der europaweiten Opferentschädigung werden das Opfer bzw. seine Angehörigen nicht allein gelassen. Hier stehen Polizei und Opferhilfeeinrichtungen wie Weisser Ring e. V. hilfreich zur Seite.                                                                                            

 

4. Angebote der Opferhilfe

Weisser Ring
Vielfältige Hilfsmöglichkeiten für Kriminalitätsopfer wie menschlicher Beistand; persönliche Betreuung, Hilfe-stellung im Umgang mit Behörden, Hilfescheck für eine anwaltliche oder psychotraumatologische Erstberatung, Erholungsmaßnahmen, Hilfe bei Bedürftigkeit. Den Weisser Ring e. V. erreichen Sie über das kostenfreie Opfertelefon 116 006. Dort erfahren Sie zum Beispiel die Erreichbarkeit einer Außenstelle in Ihrer Nähe

subvenio e.V.
Kostenlose Beratung und konkrete Hilfe für Unfallopfer jeglicher Art, Hilfestellung im Umgang mit Behörden, Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Fachanwalt, Hilfe bei der Suche nach medizinisch-psychologischer Erstberatung, Begleitung zu Gerichtsterminen, Gespräche mit Betroffenen sowie die Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen.

 

5. Nützliche Links

opferschutz.nrw
Das Infoportal zu Fragen des Opferschutzes und der Opferhilfe in Nordrhein-Westfalen. Besondere Bereiche des Opferschutzes, bei denen spezifischen Bedürfnisse vorliegen (Opfer von Kindesmisshandlung, Opfer im schulischen Bereich, Opfer von Gewalt und Diskriminierung, Seniorinnen und Senioren als Opfer u.a.). In einer Datenbank findet man alle geltenden Gesetze des Bundes und der Länder.

www.polizeiberatung.de
Opferinformationen zu wichtigen Kriminalitätsphäno-menen, Hinweise und Tipps etwa zum Ablauf eines Strafverfahrens, Broschüren und andere Medien der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

 

Opferfibel des Bundesministeriums der Justiz
Informationen über den Ablauf eines Strafverfahrens, welche Stellung Opfer von Straftaten in einem solchen Verfahren einnehmen, wie sie sich in den Prozess einbringen und welchen Schutz sie erhalten können. Hilfreich: Die Musterschreiben im Anhang.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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